… wie einst Lili Marleen

Interpreten

  1. Cello-Intro
  2. Lale Andersen
    Die Ur-Version von 1939
  3. Marlene Dietrich
    englisch gesungen, 1942 produziert für den amerikanischen Soldatensender
  4. Billy Vaughn and his Orchestra
    Platz 9 der deutschen Charts im Jahr 1962, Billy Vaughn/Banjo
  5. New Vaudeville Band
    bekannt geworden in den späten Sechzigern durch den Song über die „Winchester Cathedral”
  6. Kalle, Berliner Leierkastenmann
    Die Drehorgel ist aus der Produktion der Drehorgel Dynastie Bacigalupo Berlin
  7. Mimi Thoma
    Die Nichte des Schriftstellers Ludwig Thoma nahm 1941 eine Konkurrenzversion des Liedes von Hans Leip und Norbert Schultze auf, konnte sich aber gegen Lale Andersen nicht behaupten
  8. Milva
    live in Tokyo´s Modern Art Space
  9. Lucie Mannheim
    Die Anti-Hitler Version der BBC von 1944 (siehe Text im Booklet)
  10. Perry Como
    Der Preisträger von 5 Emmy-Awards war einer der erfolgreichsten Sänger der 50ziger Jahre
  11. Anton Karas
    Der Komponist der Musik zum „dritten Mann” mit seinem Lieblingstitel
  12. Connie Francis
    1961 produziert
  13. Suzy Solidor
    …die französisch gesungene „Antwort“ auf Lale Andersen
  14. Eric Burdon & the Animals
    We love you Lil (der Song als Thema) Burdons persönliches Lieblingsstück
  15. Oliver Augst
    u.a. Preisträger der Dresdner Tage für zeitgenössische Musik, elektronisch/minimalistische Version des Titels, arrangiert und produziert von Marcel Deamgen
  16. Lale Andersen
    Nachkriegsversion, 1959 aufgenommen, mit den Hansen Boys und Horst Hoffmann
  17. Irene de Noiret
    aufgen. 1941, Orchester Ltg. Helmut Koch, berühmt u.a. durch Ihre Auftritte in der Volksbühne Berlin 1936 mit „Lieder aller Länder“
  18. Eisenheinrich
    Der Lili Marleen Blues, aufgenommen 2003 im TonStudio Lützschena, Leipzig
  19. Marlene Dietrich
    Im August 1960 in deutsch aufgenommen, neu arrangiert von Burt Bacharach
  20. Die Ur-Version
    mit dem Komponisten Norbert Schultze am Piano (plus Interview)
Artikelnummer: BF-17502, (16382) Kategorie: Schlagwort:

Beschreibung

Lili Marleen – Die Geschichte

Lili Marleen, das Lied von dem Mädchen, das der Soldat zurücklässt, ist sicherlich der größte Soldatenhit des zweiten Weltkrieges! Auch noch in der Nachkriegszeit ist das Lied sehr populär. Die Figur Lili Marleen hat es nie gegeben. Der Dichter Hans Leip erfand sie 1915.

Zu diesem Zeitpunkt steht er vor seiner Abfahrt an die russische Front. Das Gedicht veröffentlicht man 1937 in einer Poesiesammlung. 1938 wird Norbert Schultze (geb. 1911 in Braunschweig) auf das Gedicht aufmerksam. Er ist Komponist von NS-Kriegsliedern wie „Bomben auf Engelland“ oder „Vorwärts nach Osten“ und vertont die Zeilen zu einem eingängigen Volkslied.

Zunächst ist Lili Marleen ein deutsches Soldatenlied, das vom Soldatensender Belgrad sogar zur Erkennungsmelodie gemacht wird.

Am bekanntesten ist Lili Marleen sicherlich in der Ur-Version von Lale Andersen, die bei ihren Fans Autogramme mit Lili Marleen unterzeichnet, es wird aber dann von unzähligen weiteren Künstlern gesungen, schließlich in Dutzende Sprachen übersetzt. Darunter sind auch Parodien und Propagandaversionen. Marlene Dietrich interpretiert das Lied ebenfalls, singt es an der Front für amerikanische Soldaten.

Als die Sängerin Liselotte Helene Berta Bunnenberg am 2. August 1939, vier Wochen vor dem Überfall der deutschen Militärs auf Polen, die wehmütige Ballade Lili Marleen aufnahm, konnte keiner ahnen, dass dieser Song der erste Millionenhit der deutschen Schallplattengeschichte werden sollte. Da freilich nannte sich die Interpretin sehr viel klangvoller Lale Andersen.

Über den Soldatensender Belgrad wurde der Sehnsuchts-Song ab 1940 jeden Abend um 21.57 Uhr in den Äther geschickt – und auf beiden Seiten der Front schwiegen die Waffen. Lili Marleen – ein Lied im Krieg, aber kein Kriegslied. Geschrieben von dem jungen Gardefüsilier Hans Leip (1893-1983) kurz vor seiner Einberufung in den ersten Weltkrieg.

Er hatte sich damals in zwei Mädchen gleichzeitig verliebt – in Lili und Marlene. An beide schickte er sein kleines Gedicht. Mit Leip und Seele. Vertont von dem Komponisten Norbert Schultze (1911-2002), machte Lili Marleen Weltkarriere, obwohl Reichspropagandaminister Joseph Goebbels Lales Lied 1942 auf den Index setzen ließ – es wäre nicht gerade förderlich für die kämpferische Einstellung der deutschen Soldaten.

Churchill und Adolf Hitler dagegen sollen Lili Marleen sehr geliebt haben. Übrigens: Die nach England emigrierte deutsche Schauspielerin Lucie Mannheim nahm in London eine englischsprachige (die sie aber auch in einer deutschen Fassung herausbrachte) Version auf, in der man Hitler an der längst berühmten Laterne vor dem großen Tor aufknüpfen solle….

Wulf Weidner März 2003